New Work beschreibt eine moderne Arbeitsweise, die sich auch in Deutschland immer mehr verbreitet. Glücklicherweise – denn dieser Trend kommt uns auf gesundheitlicher Ebene sehr entgegen! Zudem wandelt sich damit auch der Charakter von klassischen Büroräumen. Doch was genau steckt hinter dem Begriff?
Zusammenarbeit neu gedacht
Früher waren die Hierarchien klar gestaffelt: Führungskräfte gaben Anweisungen, die Mitarbeitenden erledigten sie. Heute wandelt sich der Führungsstil im Sinne von New Work mehr in Richtung Unterstützung und Teamorientierung. Eine Führungskraft coacht, motiviert und gibt einen Rahmen, während das Team selbst entscheidet, wie es bestimmte Aufgaben realisiert.
Die Wirkung liegt auf der Hand: Jeder Einzelne trägt zum Gesamterfolg bei, darf sich gesehen und wertgeschätzt fühlen. Auf psychologischer Ebene reduziert eine solch kooperative Zusammenarbeit Stress, schenkt Mitarbeitenden ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und steigert die Zufriedenheit im Job.
Und auch das Unternehmen selbst profitiert von New Work: Schließlich engagieren sich Angestellte mehr, wenn sie sich wohlfühlen – was sich wiederum im Umsatz bemerkbar macht.
Wenn Nine to Five ausgedient hat
Für einige ist es längst tägliche (und beglückende) Realität, andere warten noch sehnsüchtig darauf: das Ende starrer Arbeitszeiten im immer gleichen Rhythmus. New Work setzt auch bei dieser Stellschraube an und verändert den jahrzehntelangen Nine-to-Five-Ablauf. Arbeitnehmer in modernen und flexiblen Unternehmen dürfen mehr und mehr selbst entscheiden, wie sie ihre Arbeitszeiten legen möchten – solange es der Beruf zulässt.
Zu den aktuellen und teils bereits etablierten Trends gehören u. a. die 4-Tage-Woche, Gleitzeit (häufig auch ganz ohne Kernzeiten), Vertrauensarbeitszeit ohne Stempeln und die digitale Arbeitszeiterfassung.
Je besser Mitarbeitende ihre Arbeitszeiten auf ihre persönlichen Bedürfnisse abstimmen können, desto eher steigt ihre intrinsische Motivation: Teammitglieder arbeiten gerne, weil es ihnen Sinn schenkt und Freude macht.
Zusätzlich können Arbeitnehmer mit flexiblen Arbeitszeitmodellen eigenverantwortlich an ihr Energielevel anpassen. Familie, Freizeit und Hobbys lassen sich leichter in den Tagesablauf integrieren, was für Ruhe und Ausgeglichenheit sorgt.
New Work verändert den Charakter von Büros
Viele Betriebe wünschen sich nach der Pandemie wieder eine vermehrte Anwesenheit der Mitarbeitenden im Büro. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Start-ups und überwiegend digital arbeitende Unternehmen, bei denen Homeoffice, Coworking-Spaces und Open-Work-Spaces eine große Rolle spielen. New Work vereint beides miteinander, sodass sich jedes Teammitglied wohlfühlen kann:
- Kreative Bereiche statt x Räumlichkeiten: Chillout-Zonen, Tischtennisplatten, bewegliche Arbeitsplätze und gemütliche Sitzecken – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Je abwechslungsreicher und einladender ein Büro gestaltet ist, desto mehr Spaß haben Menschen hier auch bei ihrer Arbeit.
- Durchdachte Materialauswahl: Studien belegen, dass uns der Blick ins Grüne guttut und Stress mindert. Weil die Natur nicht immer direkt vor der Haustür liegt, richten viele moderne Unternehmen ihre Büros so natürlich wie möglich ein – mit großzügigen Holzelementen, vertikalen Gärten, Hängepflanzen, kleinen Brunnen, Dachterrassen und Tageslichtlampen.
- Think Tanks: Vor allem in Großraumbüros bzw. Open-Work-Spaces braucht es genügend Rückzugsmöglichkeiten für Besprechungen oder ruhige Arbeitsphasen. Sogenannte Think Tanks sind kleine, abgeschlossene Räume – häufig von blickdichtem und schallgeschütztem Glas umgeben und oftmals mitten auf der Bürofläche positioniert. So bleiben Teammitglieder während ihrer Fokuszeiten zwar mitten im Geschehen, genießen dabei aber die nötige Ruhe.
- Digitale Ausstattung: Smart Desks oder sogenannte IoT-Arbeitsplätze denken mit und lassen sich teils bequem über eine App steuern. Sie sind mit Sensoren ausgestattet, die bspw. die Temperatur- und Lichtsteuerung der Umgebung automatisch anpassen oder innerhalb der App anzeigen, ob der Tisch gerade belegt ist. Zusätzlich verfügen sie über integrierte Ladestationen, elektrische Höhenverstellung und Benutzerprofile, die sich Sitz- und Stehpositionen einzelner Mitarbeiter merken.