Wie aufregend! Der Besichtigungstermin für Ihr (womöglich) neues Zuhause steht an – und die Spannung steigt. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Unterlagen mitzunehmen und gute Fragen zu stellen. Damit Sie vor lauter Eindrücken nichts vergessen, zeigen wir Ihnen, wie Sie bei der Immobilienbesichtigung wie ein Profi auftreten können.
Was Sie unbedingt dabeihaben sollten
Ihr Handy steckt sicher ohnehin in der Tasche. Machen Sie damit so viele Fotos wie möglich – vor allem, wenn Ihnen irgendwo Mängel auffallen.
Schreiben Sie sich vor Ort die wichtigsten Punkte auf. Entweder ganz old school auf einen Notizblock oder direkt in eine Handy-App.
Auch der Makler oder Vorbesitzer möchte sich ein Bild von Ihnen machen. Sie erwecken einen seriösen Eindruck, wenn Sie einige Gehaltsnachweise und eine Schufa-Auskunft mitbringen.
Zuletzt kann ein Zollstock oder Maßband nicht schaden. So lassen sich relevante Abstände und Raumgrößen gleich besser einordnen.
Diese Unterlagen geben Ihnen Aufschluss über die Immobilie
Werfen Sie im besten Fall schon vor der Besichtigung einen Blick in folgende Unterlagen:
- Grundbuchauszug (max. 3 Monate alt): In Abteilung II des Grundbuches sehen Sie Rechte Dritter, die das Grundstück betreffen (bspw. ein Wegerecht oder Wohnrecht).
- Flurstückskarte: Klärt exakt, wo Grundstücksgrenzen verlaufen und was wirklich dazugehört.
- Energieausweis: Der Energieausweis ist bei Immobilienverkäufen Pflicht und muss spätestens bei der Besichtigung vorliegen. Er zeigt, wie energieeffizient die Immobilie ist und welche Nebenkosten zu erwarten sind.
- Baulastenverzeichnis: Zeigt, ob Sie bauliche Verpflichtungen übernehmen müssen.
- Bebauungsplan: Dieses Dokument regelt, was und wie gebaut werden darf (Höhe, Nutzung, Dachform etc.).
- Flächennutzungsplan: Gibt Auskunft darüber, wie sich die Umgebung künftig entwickeln darf (Wohnen, Gewerbe, Straße).
- Grundsteuerbescheid: Diese Unterlage macht die jährlichen Kosten transparent.
Immobilienbesichtigung: Worauf achten?
Scheuen Sie sich nicht, den Makler oder Verkäufer mit Fragen zu löchern. Seien Sie ein guter Beobachter und nehmen Sie am besten eine Checkliste zur Besichtigung mit. Folgende Punkte helfen dabei:
- Besichtigen Sie das Haus zu einer Tageszeit mit ausreichend Licht. Vor allem bezüglich Keller und Dachboden ist das wichtig, um mögliche Schäden nicht zu übersehen.
- Vereinbaren Sie sowohl einen Termin an einem Werktag als auch am Wochenende. So finden Sie heraus, mit welchem Lärmpegel Sie jeweils rechnen müssen.
- Haben Sie ein Auge auf die Parksituation an der Immobilie. Gibt es genug freie Stellplätze für Ihre Autos?
- Fragen Sie nach dem Baujahr der Immobilie und warum das Haus verkauft werden soll. Erkundigen Sie sich auch, wie viele Eigentümerwechsel es bereits gab und ob das Haus aktuell bewohnt ist.
- Gibt es im unmittelbaren Umfeld besondere Lärmquellen wie einen Kindergarten, Spielplatz, Sportanlagen oder ein Gewerbegebiet?
- Wie sieht es mit der Infrastruktur der Immobilie aus? Achten Sie auf eine gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel, nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte sowie eine gute Internetverbindung.
- Passt die Gartenaufteilung zu Ihren Bedürfnissen und Hobbys? Ist der Garten gepflegt oder muss einiges getan werden? Gibt es auf dem Außengelände Unterstellmöglichkeiten wie ein Gartenhaus oder Schuppen? Ist ein ausreichender Sichtschutz zu den Nachbarn vorhanden?
- In welchem Zustand sind die Garage, der Carport, die Auffahrt und die Terrasse?
- Ist die technische Ausstattung und Hausinstallation zufriedenstellend? Gibt es eine Ladestation für E-Autos oder bereits ein Smart-Home-System?
- Gibt es im und am Haus offensichtliche Schäden?
- Wann wurden das Dach, die Fenster und die Dämmung modernisiert (falls bereits geschehen)?
- Erkundigen Sie sich nach den verwendeten Baumaterialien des Hauses. Gibt es evtl. eine Schadstoffbelastung?
- Sind alle Strom- und Wasseranschlüsse intakt oder muss zeitnah etwas erneuert werden? Gibt es ausreichend Steckdosen?
- Sind alle Räume und auch Keller sowie Dachgeschoss trocken? Gab es schon einmal irgendwo Wasserschäden oder Wassereinbrüche?
- Werfen Sie einen Blick auf die Wand- und Bodenbeläge. Wie viel Renovierungsbedarf besteht hier?
- Wie alt ist die Heizung? Ist eine Erneuerung notwendig?
- Nehmen Sie die Wohnraumaufteilung unter die Lupe. Passen die Raumgrößen zu Ihren vorhandenen Möbeln? Es lohnt sich, die Maße des Sofas oder anderer größerer Möbel zu notieren und zur Besichtigung mitzunehmen.