Eine private Sauna im eigenen Zuhause ist für viele Immobilienbesitzer mehr als nur ein Komfortmerkmal: Sie steht für Ruhe, Gesundheit und ein Stück Lebensqualität. Gleichzeitig stellen sich bei der Planung wichtige Fragen, etwa zu geeigneten Räumen, technischen Anforderungen und den tatsächlichen Stromkosten. Die gute Nachricht: Mit etwas Vorbereitung lässt sich eine Heimsauna in den meisten Immobilien problemlos realisieren.
Voraussetzungen und Planung – was Ihr Zuhause braucht
Bevor Sie sich für eine Saunakabine entscheiden, lohnt sich ein genauer Blick auf Raumgegebenheiten und technische Anforderungen.
Passende Raumhöhe und geeignete Stellfläche
Kleine Saunen benötigen nur wenig Platz: Bereits 1–1,5 m² Stellfläche reichen für kompakte Modelle aus. Wichtig ist ein ebener, tragfähiger und gut zu reinigender Untergrund wie Fliesen oder Estrich. Für eine harmonische Wärmeverteilung empfehlen viele Hersteller eine Raumhöhe von rund 2,3–2,4 m, also etwa 20 cm mehr als die Kabinenhöhe.
Sicherheit, Brandschutz und geeignete Einbauorte
Die Saunatür muss aus Sicherheitsgründen nach außen öffnen. Zudem sind herstellerabhängige Mindestabstände zu Wänden und Decken einzuhalten, um Brandschutzanforderungen zu erfüllen.
Beliebte Einbauorte sind Keller, Badezimmer, Hauswirtschaftsräume oder Dachgeschossnischen. In Feuchträumen ist eine zusätzliche Abdichtung notwendig, und der Boden sollte rutschhemmend ausgeführt sein.
Elektrischer Anschluss und Ofenleistung
Für typische Heimsaunen mit drei bis vier Sitzplätzen werden Öfen mit 6–8 kW Leistung eingesetzt; größere Kabinen benötigen 9 kW oder mehr. Je nach Hersteller ist ab einer Leistung von etwa 4,5 kW ein 400-Volt-Starkstromanschluss erforderlich. Dieser darf ausschließlich von einer Elektrofachkraft installiert werden – inklusive FI-Schutzschalter, passender Absicherung und hitzebeständiger Leitungen.
Die Kabinen selbst gibt es meist als Bausätze für die Selbstmontage. Die elektrische Inbetriebnahme hingegen gehört immer in die Hände eines Fachbetriebs.
Saunaarten, Stromverbrauch und Einsparmöglichkeiten
Von der klassischen finnischen Sauna bis zur Infrarotkabine ist vieles möglich. Die gewählte Technik bestimmt maßgeblich den Komfort und die Kosten.
Saunaarten: von finnisch bis Infrarot
Die Wahl der Saunatechnik entscheidet darüber, wie intensiv und energieeffizient das Saunaerlebnis in Ihrem Haus ausfällt.
- Finnische Sauna: trockene Luft, hohe Temperaturen von 80–100 Grad, klassisches Saunaklima
- Biosauna: mildere Temperaturen und höhere Luftfeuchte; oft mit Kombiöfen realisierbar
- Infrarotkabine: gezielte Tiefenwärme durch Infrarotstrahler, niedrige Lufttemperaturen und geringe elektrische Leistung – ideal für seltene oder alleinige Nutzung
Stromverbrauch realistisch einschätzen
Ein Saunagang umfasst üblicherweise eine Aufheizzeit von etwa 60 Minuten sowie 30–60 Minuten Betrieb.
Typische Verbrauchswerte:
- 6-kW-Ofen: rund 7–9 kWh pro Sitzung
- 8–9-kW-Ofen: etwa 9–13 kWh pro Sitzung
Die Kosten lassen sich einfach berechnen:
Leistung (kW) × Zeit (h) × Strompreis (€/kWh) = Kosten pro Saunagang
Bei einem Beispielpreis von etwa 0,35 €/kWh liegen die Kosten einer durchschnittlichen Sitzung bei wenigen Euro.
Wie Sie Energieverbrauch und Kosten senken können
Eine gute Dämmung der Kabine reduziert Aufheizzeiten und verhindert Wärmeverluste. Glasfronten wirken modern, erhöhen aber den Energiebedarf – gut gedämmte oder kleinere Glasflächen sind effizienter.
Weitere Einsparpotenziale:
- Halten Sie den Raum während des Aufheizens geschlossen.
- Wählen Sie eine realistische Betriebstemperatur.
- Planen Sie mehrere Saunagänge am Stück, statt die Sauna für viele kurze Einzelsitzungen aufzuheizen.
- Wählen Sie eine kleinere Kabine oder eine Infrarotlösung, wenn Sie die Sauna allein oder nur selten nutzen.
Moderne Steuerungen schalten den Ofen zudem energieoptimiert und bieten teilweise vorprogrammierte Sparmodi.
Mit der richtigen Planung wird Ihre Heimsauna zum komfortablen und bezahlbaren Wellnessort
Eine private Sauna lässt sich in den meisten Häusern gut umsetzen und kann den Wohnwert deutlich erhöhen. Entscheidend ist, dass sie fachgerecht installiert wird und zu den räumlichen Gegebenheiten passt. Wenn Kabine, Ofenleistung und Dämmung sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, bleiben auch die laufenden Stromkosten auf einem vernünftigen Niveau. So entsteht ein persönlicher Rückzugsort, der dauerhaft Freude bereitet.